Hygiene bei der Haltung von Zuchtvögeln

Hygiene ist eine grundlegende Voraussetzung für die artgerechte Haltung von Zuchtvögeln. Sie betrifft alle Lebensbereiche von Zuchtvögeln, angefangen vom Brüter über den Stall bis hin zu Futter und Trinkwasser. Durch Gewährleistung eines möglichst sauberen und keimfreien Umfelds soll die Verbreitung von Krankheitserregern, wie der häufig bei Hühnern vorkommenden roten Vogelmilbe, verhindert werden.

Stallhygiene für Rassegeflügel

Durch die wechselnde Luftfeuchtigkeit im Stall kann es zu Verkrustungen der feinen Futterpartikel an den Trögen und Tränken der Vögel kommen. Außerdem kann Kot als Quelle vieler Krankheitserreger in die Futterbehälter und Tränken gelangen. Daher bedarf es einer regelmäßigen Reinigung der Futtergerätschaften. Bei der Verwendung von Reinigungsmitteln muss darauf geachtet werden, dass keine Rückstände an den Gerätschaften bleiben. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass stets ausreichend saubere Einstreu vorhanden ist. Um den Anteil an Viren, Bakterien und Pilzen gering zu halten, sollte zudem der Stall ein bis zwei Mal im Jahr komplett geputzt werden. Hierbei wird sämtliches Mobiliar ausgeräumt, mit einer Seifenlauge sorgsam gesäubert und abschließend mit einem Desinfektionsmittel behandelt.

Trinkwasserhygiene in der Vogelzucht

Auch das Trinkwasser kann eine Quelle für Viren und Bakterien sein. So fliegen beispielsweise im Taubenschlag viele Tiere ständig ein und aus und übertragen Erreger, wenn sie mit den Schnäbeln ins Wasser tauchen. Auch herbeigetragener Staub sowie Kot, der ins Trinkwasser gerät, sind eine Quelle für Keime. Tränkgefäße sollten daher täglich gereinigt werden. Darüber hinaus empfiehlt sich der Einsatz verschiedener Zusätze, wie etwa Rhöhnfried Avidress Plus, die den pH-Wert des Trinkwassers senken. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Keime, sie vermehren sich nicht mehr und sterben ab. Beim angestrebten pH-Niveau von 4-5 nehmen Tauben keinen Schaden, da das Trinkwasser bereits im Kropf neutralisiert wird.

Gefahr durch die rote Vogelmilbe

Die rote Vogelmilbe ist ein Parasit, der vor allem bei Hühnervögeln auftritt. Während er sich tagsüber in den Nischen und Ritzen des Stalls einnistet, saugt er in der Nacht das Blut der Vögel. In der Folge verlieren die Tiere an Vitalität und die Kämme büßen an Farbe ein. Hühner gelten als relativ robust gegenüber Parasiten, so können sie einen mäßigen Fall gut überstehen. Fallen jedoch zu viele
Milben über einen Vogel her, kann dies zu einem hohen Blutverlust führen, das Tier wird anämisch und stirbt im schlimmsten Fall.
Die Bekämpfung der roten Vogelmilbe ist nicht einfach, da sie bereits nach sieben Tagen fortpflanzungsfähig ist, ihr Reifezyklus muss also vorher unterbrochen werden. Zur Bekämpfung haben sich Insektizide bewährt, die das Extrakt der Pyrethrum-Pflanze enthalten, so etwa Röhnfried Mitex. Das Präparat wird als Wasserzusatz verwendet, um damit alle Stallgegenstände sowie sämtliche Flächen, Ecken und Ritzen im Stall abzuspritzen. Dabei ist stets dafür zu sorgen, dass die Vögel nicht direkt mit der Lösung in Kontakt treten.

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